Umweltschutz am Standort Olen

Das Werk in Olen hat sich auf die Herstellung von Kathoden, Gießwalzdraht, sauerstofffreiem Gießwalzdraht sowie Stangen und Profilen spezialisiert.

In den letzten Jahren hat der Standort erfolgreich den Einsatz von Recyclingmaterialien erhöht. Diese Steigerung bringt allerdings höhere Anforderungen an die Behandlung von Luftemissionen mit sich, sodass hier umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden.
Die Verbesserung des Umweltschutzes ist und bleibt ein sehr wichtiges Ziel in Olen. Seit 2000 wurden ca. 21,5 Mio. € in den Umweltschutz investiert. 

Eines der wichtigsten Projekte der letzten Jahre ist die neue Anlage zur Be- und Entladung von Binnenschiffen mit Containern (Cu-Port), die 2020 gebaut wurde. Transporte, die bisher per LKW durchgeführt wurden, werden nun auf dem Wasserweg abgewickelt. Dadurch werden insgesamt etwa 20.000 Lkw-Bewegungen pro Jahr und damit über 230 t CO2-Emissionen pro Jahr vermieden. Darüber hinaus führt das Projekt zu einer Verminderung der Lärmemissionen am Standort und in der Umgebung.

Im Jahr 2016 wurden am Standort vier 200 Meter hohe Windräder gebaut und in Betrieb genommen. Das Investitionsprojekt mit einem Gesamtvolumen von 20 Mio. € ist eine Kooperation mit einem Partner aus dem Energiesektor und zwei Industrieunternehmen einschließlich Aurubis. Jede Einheit hat eine Kapazität von 3,5 Megawatt. Diese Windkraftanlagen liefern jährlich 28 Mio. kWh Strom, der direkt an den Standorten der Industrieprojektpartner genutzt wird und die CO2-Emissionen reduziert. Darüber hinaus werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Bestimmung und Umsetzung von Maßnahmen durchgeführt, um die europäischen Green-Deal-Anforderungen zu erfüllen und eine nachhaltige Energieversorgung des Standorts Olen für die Zukunft sicherzustellen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Standorts ist die Reduzierung von Metallemissionen und der Auswirkungen unserer Produktion auf Gewässer. Um die Belastung des Naturschutzgebiets Olens Broek durch gereinigte Abwässer aus der Abwasserbehandlungsanlage des Standorts zu vermeiden, wurde 2015 eine neue Abwasserleitung in Betrieb genommen. Mit dieser Leitung wurde der ehemalige Abwasserkanal, der durch das Naturschutzgebiet verlief, außer Betrieb genommen, und das Naturschutzgebiet wird durch die neue Abwasserleitung komplett umgangen. Zudem wurde die Einleitungsstelle so gewählt, dass ein Einfluss auf das Naturschutzgebiet aufgrund der Fließrichtung des Flusses ausgeschlossen ist.

Die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 begann 1998 in der Drahtanlage. Seit 2006 ist das Umweltmanagementsystem für alle Aktivitäten von Aurubis Belgien nach ISO 14001 zertifiziert. Im Jahr 2020 wurde das Energiemanagementsystem, das bis dahin Teil des Umweltmanagementsystems war, erweitert, aufgewertet und nach ISO 50001 zertifiziert. Das Qualitätsmanagementsystem gemäß ISO 9001 ist ebenfalls zertifiziert. Bis Mitte 2021 soll das Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem nach ISO 45001 zertifiziert werden.

Umweltschutz Olen - Daten & Fakten
Metallemissionen

Die Metallemissionen in Gewässer pro erzeugter Tonne Kupfer konnten seit 2004 um 92 % reduziert werden.

Die Metallemissionen in Gewässer wurden über die Jahre erheblich reduziert. Das Hauptaugenmerk liegt nun auf der kontinuierlichen Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Abwasserbehandlungsanlage und der Verbesserung der Vorbehandlung der Abwasserströme am Entstehungsort in der Produktion, um die Eingangsfracht zur Abwasserbehandlungsanlage zu senken. Darüber hinaus wurde am Standort ein Wassermanagementprojekt initiiert, um die Entnahme von Frischwasser zu reduzieren, die Wassereinleitungsmengen zu verringern und die Wiederverwendung von Wasser zu maximieren.  

Energieverbrauch

Energieverbrauch [MWh/t] pro erzeugter Tonne Kupfer

Heute können nur vergleichsweise kleine Verbesserungen innerhalb der Werksgrenzen erzielt werden, da der Reduzierung des Energieverbrauchs und der Emissionen technologische Grenzen gesetzt sind. Im Rahmen einer Vereinbarung mit den flämischen Behörden ist die weitere Umsetzung von machbaren und kosteneffizienten Maßnahmen zur Energiereduzierung geplant. Dazu werden in der Drahtanlage spätestens im Geschäftsjahr 2021/22 zusätzliche Pumpen und Ventilatoren mit energieeffizienten Frequenzreglern ausgestattet.

Ebenfalls in unserer Drahtanlage wird das Spülwasser mit Kondensat aus dem Dampf der Lufterhitzer erwärmt, um den Energieverbrauch weiter zu senken. An unserem Hauptofen wird ein neuer Wärmetauscher zur Erwärmung des Kesselspeisewassers mit den Abgasen des Rückgewinnungskessels installiert (Umsetzung im Jahr 2021/22 geplant).

Staubemissionen

Die Staubemissionen pro erzeugter Tonne Kupfer konnten seit 2000 um 87% reduziert werden.

Weitere Reduzierungen der Staubemissionen sollen mit der Umsetzung eines neuen Filterkonzepts erreicht werden. Im Jahr 2020 haben wir den ersten Schritt erfolgreich abgeschlossen, bei dem ein neues Quenchsystem in Kombination mit einem Schlauchfilter installiert und an den Hauptofen angeschlossen wurde. Ein zweiter Schritt, der bis 2021 abgeschlossen werden soll, betrifft Maßnahmen, die auf eine Reduzierung der Emissionen aus dem Materialaufgabebereich des Hauptofens abzielen.

Maßnahmen & Projekte im Umweltschutz
Reduzierung der Luftemissionen

Nächste Schritte:

  • Bewertung der Situation der diffusen Emissionen wird durchgeführt, einschließlich eines Aktionsplans zur Reduzierung der diffusen Emissionen. Weitere Reduzierung der organischen Verbindungen in (Schornstein-)Emissionen geplant.    

Status:

  • Arbeiten laufen

Verbesserung der Abwasseraufbereitung

Nächste Schritte:

  • Weitere Verringerung der in das Abwasser abgegebenen Schadstoffe auf Abteilungs-/Anlagenniveau (vor der Endbehandlung in der Abwasserbehandlungsanlage).    

Status:

  • Arbeiten laufen

Implementierung der ISO 50001

Grad der Implementierung:

  • Erfolgreiche Zertifizierung am 15. Juli 2020.    

Status:

  • Umgesetzt

Erarbeitung einer Strategie zur Entfernung und Handhabung von asbesthaltigen (Bau -)Materialien

Nächste Schritte:

  • Austausch von Dach und Fassaden eines Gebäudes im Geschäftsjahr 2020/21 geplant.

  • Die Dächer von zwei weiteren Gebäuden werden in den kommenden Jahren ersetzt.

Status:

  • Arbeiten laufen

Reduktion der PCDD/F-Emissionen

Nächste Schritte:

  • Austausch des Abgasfilters und der Quenche im Jahr 2020 realisiert. 

  • Neues gekapseltes Beschickungssystem für den Anodenschachtofen wird projektiert.

Status:

  • Arbeiten laufen

Reduktion der Sulfat-Emissionen in Gewässer

Nächste Schritte:

  • Untersuchung zum Austausch der bestehenden Elektrogewinnungsanlage

Status:

  • Arbeiten laufen

Verbesserte Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten und Aerosolen

Nächste Schritte:

  • Spezielle Sicherheitsschränke für brennbare Flüssigkeiten und Aerosole in der gesamten Anlage installiert. 

Status:

  • Umgesetzt

Meilensteine im Umweltschutz am Standort Olen
2020

Im Sommer 2020 wurde die erste Phase des Projektes zur Verbesserung der Abgasreinigung am Hauptofen (Contimelt) realisiert. Ein komplett neuer Abgasfilter und eine neue Quenche, die direkt am Ausgang des Anodenschachtofens positioniert ist, verbessern die Abgasreinigung und reduziert Emissionen. Zur weiteren Verbesserung wird im Jahr 2021 ein neues gekapseltes Beladungssystem zur Beschickung des Ofens installiert.

2020

Bis Anfang 2020 wurden alle Container, hauptsächlich mit Altkupfer, per LKW in das Werk transportiert. Nur ein Teil der ankommenden Blister und Anoden wurde bereits per Bahn und Wasserstraße angeliefert. Im März 2020 wurden ein neuer Kai und Kran in Betrieb genommen. Am Standort können nun bis zu 10.000 Container pro Jahr über Binnenschiffe angeliefert und verschifft werden. Damit werden die Zufahrtsstraßen zum Werk um 20.000 LKW-Bewegungen pro Jahr entlastet und so eine wichtige Verkehrsverlagerung realisier

2016

In Zusammenarbeit mit einem benachbarten Unternehmen und dem Energieversorger unseres Werkes wurden 2016 vier riesige Windräder auf und in der Nähe des Werkes errichtet. Diese Windturbinen mit einer Rotorspitzenhöhe von 200 Metern liefern 14 MW grünen Strom für das Werk in Olen und reduzieren den CO2-Fußabdruck um 24.500 Tonnen, was dem Stromverbrauch von mehr als 9.000 Haushalten entspricht.

2015

Ende 2015 wurde eine knapp 2 km lange Abwasserpipeline in Betrieb genommen. Diese Rohrleitung transportiert das gereinigte Abwasser der Abwasserbehandlungsanlage direkt in den Fluss Kleine Nete und entlastet damit ein Naturschutzgebiet nördlich des Aurubis-Werks.

2012

Um die Lärmbelastung durch die Schrottentladung und die Ballenpresse zu reduzieren, wurde 2012 eine Lärmschutzwand entlang der Hauptstraße in der Nähe des Werks errichtet, die zu einer Lärmminderung für die benachbarten Häuser von 20 dB(A) führt. Der Schalldruckpegel wird mit jeder Reduzierung um 3 dB halbiert.

Zertifikate Aurubis Olen
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Filip Lecomte

Environmental Manager

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