Pressemitteilung

Aurubis entwickelt Strategie weiter

Hamburg | Mittwoch, 26. Februar 2014

Aurubis entwickelt Strategie weiter – Konzern arbeitet an schlagkräftiger Organisation, an Steigerung der Produktivität sowie an nachhaltiger Ergebnisverbesserung – Hauptversammlung beschließt Zahlung einer Dividende von 1,10 € pro Aktie

„Das operative Ergebnis vor Steuern im Ge-schäftsjahr 2012/13 betrug 114 Mio. €. Nach IFRS ergab sich ein Ergebnis von minus 230 Mio. €. Die Konzernfinanzkennzahlen zeigen am Ende des Geschäftsjahres ein zweigeteiltes Bild: Die Rendite auf das eingesetzte Kapital ist erheblich zurückgegangen. Die Bilanzkennzahlen haben sich dagegen verbessert. Die Gesellschaft ist weiterhin in einer robusten bilanziellen Verfassung. Die vorgelegte Bilanz ist gesund, stabil und widerstandsfähig.“, resümierte Peter Willbrandt, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG, auf der Hauptversammlung von Europas größtem Kupferproduzenten am Mittwoch in Hamburg und zog vor rund 1.500 Aktionären und Gästen eine gemischte Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Als Gründe für das deutlich geringere Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres nannte Willbrandt ein schwieriges makroökonomisches Umfeld, deutlich gesunkene Metallpreise, deutliche Abwärtsbewegungen beim Schwefelsäurepreis sowie bei den Raffinierlöhnen für Altkupfer sowie den geplanten Großstillstand im Hamburger Werk. Gleichwohl solle nicht vergessen werden, dass die vorangegangenen beiden Geschäftsjahre jeweils von sehr guten Ergebnissen geprägt waren.

Auf das vor wenigen Tagen veröffentlichte Ergebnis des 1. Quartals im Geschäftsjahr 2013/14 eingehend, erklärte Willbrandt, dass auch dieses noch nicht die Erwartungen erfüllte. Bei der Inbetriebnahme nach dem großen Wartungs- und Reparaturstillstand in Hamburg könne es bei derart umfangreichen Arbeiten passieren, dass noch Optimierungs- und Anpassungsbedarf bestehe, der erst im laufenden Betrieb erkennbar sei. Die verschiedenen Einflüsse des Stillstands hätten das Quartalsergebnis damit auch stärker beeinflusst als geplant. Der Konzernchef gab jedoch einen positiven Ausblick und fügte hinzu: „Die Konzentratverarbeitung lag in Ham-burg übrigens in den letzten Wochen auf einem sehr hohen Niveau.“

„Wir haben unsere Strategie überarbeitet und adjustiert“, erklärte Willbrandt. Der Leittitel der Strategie laute „one step ahead“ – einen Schritt voraus. Den globalen Megatrends folgend seien Ansatzpunkte definiert und Handlungsfelder analysiert worden. „Die Megatrends, die besondere Berücksichtigung gefunden haben, sind der weltweit wachsende Energiebedarf, Veränderungen bei der Übertragung und Verteilung der Energie sowie eine zunehmend dezentrale Energieversorgung. Die Weltbevölkerung wird weiter wachsen - mit einer fortschreitenden Urbanisierung und einer wachsenden Mittelschicht. Auch neue Antriebstechniken und Substitutionsbestrebungen spielen eine Rolle. Die Weltwirtschaft ist zunehmend vernetzt. Wesentliche Konsequenzen, die dadurch auf Aurubis wirken, sind die weltweit steigende Kupfernachfrage und die Zunahme komplexer Rohstoffe und Produkte. Recycling wird an Bedeutung gewinnen sowie steigendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Sieben Kern-Elemente begründen die Strategie der Aurubis. Im Mittelpunkt stehen unsere Kompetenzen – Produktionskompetenz und Innovation sowie unsere Kernkompetenz Kupfer.“, erläuterte der Aurubis-Vorstandschef und betonte, dass die verabschiedete Strategie eine konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Strategie darstelle.

Zur Umsetzung der Strategie gehöre auch bzw. vor allem eine gute Organisation, betonte Willbrandt und erläuterte: „Die letzte größere organisatorische Anpassung erfolgte im Zusammenhang mit der Übernahme von Cumerio vor sechs Jahren.
Seitdem ist Aurubis intern wie extern deutlich gewachsen. Auch deshalb ist es jetzt zwingend notwendig zu überprüfen, wo und in welcher Weise wir unsere Organisation optimieren müssen. Wir wollen besser werden, effektiver und effizienter. Wir schauen uns an, ob wir schnell genug entscheiden können, wo es Verbesserungspotenzial gibt, wo Reibungsverluste entstehen und Synergien liegen gelassen werden.
Die externen Märkte und deren Entwicklung können wir nicht beeinflussen.
Das, was wir direkt beeinflussen können und müssen, sind unser Handeln und unsere Kosten. Wir werden die laufenden Programme zur Produktivitätssteigerung fortführen und neue Programme zur Ergebnissteigerung aufsetzen.“

„Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie ist auch das Thema Nachhaltigkeit“ sagte Willbrandt. Aurubis könne Nachhaltigkeit nur erfolgreich weiterentwickeln, wenn das Unternehmen nicht an Wettbewerbsfähigkeit verliere und es Unternehmen wie Aurubis erlaubt werde ein positives Ergebnis zu erwirtschaften und nicht alles durch politisch motivierte Steuern, Abgaben und Bürokratie abgeschöpft werde. „Die Weiterentwicklung von Umweltschutz und sozialen Aspekten bedarf der Möglichkeit guter Unternehmensergebnisse. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur ökologischen Fortschritt“, erklärte der Vorstandschef.

Zum Ausblick erklärte Willbrandt, dass sich die globale Erholung der Weltwirtschaft voraussichtlich fortsetzen werde, bei einer Verschiebung zugunsten der Industrieländer.
Das Rohstoffangebot an Kupferkonzentraten sei weiterhin sehr gut. Der Altkupfermarkt sei aber noch eng. Insgesamt ergebe sich voraussichtlich eine ausgeglichene Marktsituation für Kupfer, die nicht von großen Überschüssen gekennzeichnet sein werde. Die Kupferpreise dürften damit eine gute fundamentale Basis haben und die Kathodenprämien zunächst weiter auf hohem Niveau bleiben. Die Konzentratmarktentwicklung werde sich weiterhin positiv auf die Versorgung von Aurubis und die erzielbaren Schmelz- und Raffinierlöhne auswirken. Für Altkupfer könne jedoch noch keine Entwarnung gegeben werden. Die Märkte für Schwefelsäure seien empfindlich für kurzfristige Veränderungen, eine Einschätzung entsprechend schwierig. An den Absatzmärkten für Kupferprodukte habe sich - belegt durch die gerade abgeschlossene Verhandlungssaison für Jahresverträge 2014 - ein gestiegenes Kaufinteresse gezeigt. Hier sei einerseits die Knappheit an Kathoden spürbar geworden, andererseits aber auch die verbesserte Auftragslage in den Abnehmerindustrien. Im Flachproduktebereich werden die Restrukturierungen und Optimierungen fortgesetzt. „Wir produzieren auf den weltweit umweltfreundlichsten Anlagen und sehen dies als klaren Wettbewerbsvorteil. Wir arbeiten an einer schlagkräftigen Organisation, an der Steigerung der Produktivität sowie an einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung“, bekräftigte Willbrandt den insgesamt positiven Ausblick.

Willbrandt erläuterte, dass die Energiekosten mit etwa 200 Mio. € nach Personal der zweitgrößte Kostenblock des Unternehmens darstellten und damit ein wichtiger Ergebnishebel seien. Hinsichtlich der möglichen Veränderungen politischer Rahmenbedingungen sei es in den vergangenen Monaten auf politischem Parkett sehr turbulent zugegangen. „Jeder Haushalt zahlt im Schnitt 220 € im Jahr für den Ökostrom-Ausbau. Bis heute werden steigende Strompreise für private Haushalte vor allem mit den Ausnahmen für die Industrie begründet. Immer wieder mussten wir gegenüber Politik und Medien erklären, dass wir im internationalen Wettbewerb keine zusätzlichen Kosten tragen können und dass vier Fünftel der EEG-Kosten durch die sogenannte Energiewende selbst verursacht sind. Auch wenn Politiker fast aller Parteien öffentlich positive Aussagen über die Notwendigkeit der Ausnah-meregelung der energieintensiven Unternehmen wie Aurubis machten, änderte dies nichts an der Wahrnehmung, dass das gesellschaftliche Umfeld beim Thema Energie insgesamt schwieriger geworden ist. Dazu kommt, dass die EU nun auch noch ein Beihilfe-Verfahren gegen das EEG und die Besondere Ausnahmeregelung eröffnet hat. Unsere Position ist eindeutig: es ist keine Beihilfe!“, erklärte Willbrandt und fuhr fort: „Aber wir sehen auch positive Zeichen. Selten zuvor wurden die Wertschöpfungsketten, an deren Anfang Unternehmen wie Aurubis stehen, in der Politik so beachtet. In Deutschland und der EU spricht man seit der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder anerkennend von „Industriepolitik“. Wir müssen dafür sorgen,
dass dies so bleibt. Wir werden den Dialog mit der Politik daher fortsetzen. Dieser Dialog ist nicht nur beim EEG wichtig, sondern auch bei den CO2-Themen, den Netzentgelten und vielen umweltpolitischen Fragen. Die Rohstoffe selbst, ihre Gewinnung und Ressourceneffizienz, sind mittlerweile auch in den Fokus des Interesses gerückt.“

Die Hauptversammlung nahm den Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand an, eine Dividende von 1,10 € pro Aktie (Vorjahr 1,35 €) an die Anteilseigner auszuschütten. Die Dividendenrendite liegt bei 2,5 % zum Geschäftsjahresschlusskurs von 44,80 €.

Die Hauptversammlung stimmte den zur Abstimmung vorgelegten Anträgen mit großer Mehrheit zu.

Auf der diesjährigen Hauptversammlung waren rund 62,21 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals anwesend.

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