Kupfermail Nr. 158 – 26. März 2018

Die Aurubis Kupfermail informiert Sie monatlich über die Entwicklungen am Kupfermarkt.

Im Fokus

Im März schauten viele Marktteilnehmer gespannt nach Madrid, wo sich bei der 31. International Copper Conference viele Industrievertreter über die neuesten Trends und Entwicklungen am Kupfermarkt austauschten. Die Entwicklung von Angebot und Nachfrage nach raffiniertem Kupfer lag laut der International Copper Study Group 2017 auf einem ähnlich ausgeglichenen Niveau wie im Vorjahr. Trotz eines leicht niedrigerem Kupferpreisniveaus im März gab es wieder verschiedene Meldungen zu Investitionen in und Ausweitungen von Minenkapazitäten.


Konjunktur

Im März hat die OECD ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft angepasst. Diese liegt nun für die Jahre 2018 und 2019, analog zu den Annahmen des Internationalen Währungsfonds, bei 3,9 %.

Der aktuelle Monat stand im Zeichen eines möglichen Handelsstreits zwischen den USA mit Europa und China, den auch die Kupferindustrie aufmerksam verfolgte.

China überraschte nach Angaben von Macquarie im März mit guten volkswirtschaftlichen Wachstumsraten. Im Jahresvergleich soll für Januar und Februar die Industrieproduktion bei 7,2 % gelegen haben. Zum Vergleich: Im Dezember belief sich das Wachstum noch auf 6,2 %. Auch die Investitionen in Anlagen stiegen um 0,7 Prozentpunkte auf 7,9 %. Die Daten für die beiden Monate Januar und Februar werden traditionell kombiniert veröffentlicht, um die saisonalen Einflüsse des chinesischen Neujahresfest abzufedern. Laut OECD solle das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland mit 2,4 % solide weiterwachsen.


Kupfer kompakt

Entsprechend der jüngsten Veröffentlichung der ICSG wies der Dezember 2017 ein Überschuss von 17.000 t an raffiniertem Kupfer auf, nach einem Defizit von 41.000 t im November. Für das Gesamtjahr 2017 sieht die ICSG ein leichtes Defizit von 163.000 t, welches damit auf dem Niveau des Vorjahres liegt (Vj. 150.000 t).

Nach einer ICSG-Ausblickstudie von Mitte März soll die Produktionskapazität der Minen bis 2021 um durchschnittlich rund 2 % pro Jahr zulegen. Geringere Erzgehalte würden durch Minenerweiterungen kompensiert. Demgegenüber erwartet die Studiengruppe einen Anstieg der Hüttenkapazitäten um durchschnittlich rund 3,5 % pro Jahr bis 2021. Die Kapazitäten in der Kupferraffination sollen um durchschnittlich rund 3 % pro Jahr zulegen. Chinas Kapazitätsaufbau wird laut den Erwartungen der ICSG künftig langsamer als bisher vorangehen.

Über Bloomberg war zu lesen, dass sich Tongling Nonferrous Metals dafür ausspricht, ältere Hüttenkapazitäten in China aus dem Markt zu nehmen, um mögliche Überkapazitäten im nationalen Hüttenmarkt zu vermeiden. Ähnlich sieht dies auch Atlantic Copper und führt an, dass dies speziell aus Umweltgesichtspunkten ein sinnvoller Schritt wäre. Viele der älteren und kleineren chinesischen Hütten würden nicht annähernd die Mindestumweltstandards erfüllen, wie in Metall Bulletin zu lesen war.

Wie CRU berichtet, hat die lokale Umweltbehörde in Chile die Pläne von Codelco für eine Meerwasserentsalzungsanlage genehmigt. Die Investition von über einer Milliarde US$ soll den Minen des chilenischen Unternehmens im Norden des Landes zugutekommen, darunter unter anderem Radomiro Tomic.

Laut Financial Review mehren sich die Anzeichen, dass die chinesische Minenfirma MMG auf den Anteil von Anglo American an dem Quellaveco copper project in Peru bieten wird. MMG fokussiert sich nach eigenen Angaben insbesondere auf Wachstumsmöglichkeiten in Südamerika und Afrika. Der Wert des Anteils an Quellaveco wird mit rund 6,4 Mrd. USD taxiert.

In China bleibt die Nachfrage nach raffiniertem Kupfer ungebrochen. Nach Angaben des chinesischen Research-Instituts Antaike soll diese 2018 um 3,3 % auf rund 11 Mio. t zulegen. Zum Vergleich: 2017 lag das Wachstum bei 4,2 %. Laut Antaike hat China damit auch 2018 immer noch einen Bedarf für Kupferimporte von annähernd 3 Mio. t, wie Platts berichtete.

        

•  Preisentwicklung

Im März bewegte sich der Kupferpreis vornehmlich in dem Korridor zwischen 6.800 und 7.000 US$/t und damit auf einem leicht niedrigeren Niveau als im Vormonat. Trotz guter Konjunkturdaten aus China scheinen die anhaltenden Diskussionen um mögliche Handelsauseinandersetzungen, die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten und der zuletzt leicht stärkere US-Dollar die Marktteilnehmer vorsichtiger agieren zu lassen. Nachdem der LME-Settlement-Preis Mitte des Monats noch einmal kurz die Marke von 7.000 US$/t überschritt, zeigte er sich in den darauf folgenden Handelstagen deutlich schwächer. Er stand am 23. März bei rund 6.680 US$/t.

• Kupferrohstoffe

Die Versorgungslage mit Kupferkonzentraten war nach Angaben von Metall Bulletin auch im März zufriedenstellend. Darüber hinaus gab es einige Neuigkeiten zu den Gesprächen zwischen Minen und Gewerkschaften.

Im Zuge der Tarifverhandlungen der Los Pelambres-Mine befinden sich der Minenbetreiber Antofagasta und die zuständige Gewerkschaft zum Ende des Monats in einem von der Regierung geführten Mediationsprozess. Laut einer Einschätzung des Bankhauses Berenberg sind beide Seiten bemüht, mögliche Arbeitsniederlegungen zu vermeiden.
Letzteres möchte auch BHP Billiton für seine Escondida-Mine. Da der Tarifvertrag im Juni ausläuft, hat laut Angaben von Reuters das Minenunternehmen die entsprechende Gewerkschaft „Union 1“ frühzeitig zu Gesprächen gebeten. Eigentlich sollten diese erst Anfang Juni starten. 

Laut Bloomberg hat die Collahuasi Kupfermine Anfang März grünes Licht von Seiten der chilenischen Umweltbehörde erhalten, die tägliche Produktion auf 170.000 t von aktuell 136.000 t hochzufahren.

Den Altkupfermarkt bestimmten im März erneut vornehmlich die Nachrichten aus China. Wie schon in früheren Ausgaben der Kupfermail zu lesen war, ist der Import-Bann auf Altkupfer seit Anfang des Monats in Kraft. In diesem Zuge war Reuters zu entnehmen, dass die chinesischen Marktteilnehmer ihre Bemühungen verstärken, Schrotte mit höherem Kupfergehalt außerhalb Chinas zu erwerben. Gleichzeitig schätzt ein Sprecher von Jinrui Futures, dass die Volksrepublik in den nächsten sieben Jahren ihre inländischen Sammelaktivitäten verdoppeln könnte. Er vermutet, dass dies den Ausfall eines Teils der vom Importbann betroffenen Schrotte – der sogenannten Kategorie 7 – kompensieren wird.

                       

• Produktion

Chinas Produktion an raffiniertem Kupfer hat in den ersten beiden Monaten des Jahres weiter angezogen. Trotz des chinesischen Neujahresfests lag diese um 7,4 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wie das National Bureau of Statistics (NBS) veröffentlichte, lag der Output bei 1.481.000 t für den entsprechenden Zeitraum 2018 – vergleichen mit 1.371.000 t in den ersten zwei Monaten 2017. Dies trotz des Umstands, dass Jinchuan im Februar nach Ausfall eines Netztransformators die Produktion seiner 400.000 t-Raffinerieanlage in der Gansu-Provinz drosseln musste, wie in Metall Bulletin zu lesen war.

Anfang März meldete ENP Newswire, dass der Abtransport der mongolischen Mine Oyu Tolgoi wieder normal von Statten geht. Im Januar hatte der Minenbetreiber Turquoise Hill den Status „force majeure“ angemeldet, der nun seit dem 1. März entfällt. Trotz der zeitweisen Einschränkungen in der Logistik sei es nach Angaben des Minenbetreibers zu keinen Produktionsausfällen gekommen.

 

• Bestände

Die Bestände in den Lagerhäusern der LME blieben im März auf dem Niveau von Ende Februar und lagen am 23. März bei rund 320.000 t. Zur Auslagerung angemeldet sind derzeit rund 45.000 t. Im Gegensatz dazu erhöhten sich die Kupferbestände bei der SHFE deutlich, was auf eine gute Versorgungslage schließen lässt. Sie lagen nach einem Anstieg um rund 40.000 t zuletzt bei etwa 297.000 t. Im Zolllager Shanghai sollen sich Ende März annähernd 500.000 t befunden haben. Die bei der Comex eingelagerten Mengen beliefen sich auf rund 232.000 t und lagen damit leicht oberhalb des Vormonats.


• Produktmärkte

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wird die Baukonjunktur auch in den kommenden beiden Jahren deutlich aufwärtsgerichtet. Aufgrund des aktuell langen Winters in Europa können aber Auswirkungen auf die Bauwirtschaft entstehen, wodurch es zu Verschiebung von Projekten kommen kann.

Die IKB Deutsche Industriebank schätzt die physische Nachfrage am globalen Kupfermarkt weiterhin als sehr robust ein. Branchen wie Elektronik, Informations- und Telekommunikationsindustrie und Energieerzeugung sieht die Bank als größte Treiber für den wachsenden Bedarf.
Entsprechend vermeldete der Branchenverband der Elektroindustrie ZVEI im März vermeldete, dass die deutsche Elektroindustrie mit einem deutlichen Auftragsplus von rund 14,1 % in das Jahr 2018 gestartet ist. Die Aufträge kämen sowohl aus dem In- als auch Ausland.

Auch der Automobilsektor bleibt ein wichtiger Abnehmer für die Kupferindustrie. Nach einem starken Januar lag der Neuwagenabsatz laut Verband der Automobilindustrie in den USA, Japan und China im Februar leicht unter dem Vorjahresniveau. Für China erklärt sich dies insbesondere durch das Neujahresfest. Die Neuzulassungen in Europa zogen im Februar um 4 % gegenüber dem Vorjahr an, dank hoher Wachstumsraten bei Neuwagenzulassungen in Spanien (+13 %), Deutschland (+7 %) und Frankreich (+4 %).

Ihr Ansprechpartner

Christoph Tesch

Senior Manager Investor Relations Tel: +49 40 7883-2178 Fax: +49 40 7883-3130