Aurubis AG startet erfolgreich in das Geschäftsjahr 2009/10 und schließt das erste Quartal mit einem sehr guten Ergebnis vor Steuern in Höhe von 126 Mio. Euro und einem operativen Ergebnis von 47 Mio. € ab

  • EBT im 1. Quartal 09/10 bei 126 Mio. € (Vj. -124 Mio. €)
  • Operatives Ergebnis 46,5 Mio. € (Vj. 19 Mio. €)
  • Bewertungseffekte in Höhe von 79,5 Mio. € (Vj. -143 Mio. €)
  • Umsatz metallpreisbedingt auf 2,1 Mrd. € gestiegen (Vj. 1,5 Mrd. €)
  • Angebotsdefizit bei Kupferkonzentraten; Schmelzlöhne auf
                 niedrigem Niveau
  • Marktsituation bei Schwefelsäure hat sich weiter verbessert
  • Verfügbarkeit und Schmelzlöhne bei Altkupfer und anderen Recycling-
                 materialien deutlich verbessert
  • Spürbare Signale für Erholung in den Produktmärkten
  • Ausblick:
      - Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung führt zu steigender Nachfrage
        über gesamte Kupferproduktpalette
      - deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses gegenüber dem
        Vorjahr erwartet

Hamburg, 11. Februar 2010 – Nach dem konjunkturell belasteten vergangenen Geschäftsjahr erreichte die Aurubis AG (Aurubis) im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 ein sehr erfreuliches Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) von 126 Mio. € (Vj. – 124 Mio. €). Das operative EBT betrug 46,5 Mio. € (Vj. 19 Mio. €), während der weiter angestiegene Kupferpreis zu positiven Bewertungseffekten in Höhe von 79,5 Mio. € führte (Vj. -143 Mio. €). Das Ergebnis belegt die bereits im 2. Halbjahr des vergangenen Geschäftsjahres begonnene positive Marktentwicklung. Durch unsere hervorragende Aufstellung in unserem europäischen Kernmarkt und unser solides Geschäftsmodell war es möglich, bereits frühzeitig von der einsetzenden wirtschaftlichen Belebung zu profitieren. Der Umsatz stieg metallpreisbedingt gegenüber dem Vorjahresquartal auf 2,1 Mrd. € (Vj. 1,5 Mrd. €) an. Der Netto-Cashflow im ersten Quartal war mit -207 Mio. € negativ (Vj. 150 Mio. €). Dies reflektiert saisonale Effekte, den gestiegenen Kupferpreis sowie den deutlichen Abbau des Nettoumlaufvermögens im vorherigen Quartal, der so nicht aufrecht zu erhalten war.


Die Konzentratverarbeitung in der Business Unit (BU) Primärkupfer stieg im ersten Quartal auf 549.000 Tonnen (Vj. 508.000 Tonnen). Die Schwefelsäureproduktion erhöhte sich entsprechend auf 569.000 Tonnen (Vj. 515.000 Tonnen). Es wurden 236.000 Tonnen Kathoden in der BU hergestellt (Vj. 229.000 Tonnen).

Die BU Recycling / Edelmetalle produzierte 53.000 Tonnen Kathoden und lag damit auf dem hohen Vorjahresniveau. Ferner wurden 8,2 Tonnen Gold (Vj. 8,1 Tonnen) und 313 Tonnen Silber (Vj. 290 Tonnen) produziert.

Mit einer Produktionsmenge von 173.000 Tonnen Rod konnte in der BU Kupferprodukte die vergleichbare Vorjahresmenge von 159.000 Tonnen übertroffen werden. Die Stranggussproduktion stieg auf 50.000 Tonnen gegenüber 47.000 Tonnen im Vorjahr.

Ertragslage
Der Aurubis-Konzern hat im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 ein Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) in Höhe von 126 Mio. € (Vj. - 124 Mio. €) erwirtschaftet.

Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis durch die Metallpreisaufwertung und sonstige Preiseffekte für Kupfer auf die Bestände ehemaliger Cumerio-Gesellschaften in Höhe von 79,5 Mio. €. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren solche Effekte aufgrund niedriger Kupferpreise negativ und belasteten das Ergebnis mit 143 Mio. €.

Neben diesen Effekten wurde der Geschäftsverlauf im Vergleich zum Vorjahres-quartal vor allem durch folgende Faktoren bestimmt:

  • Es wurde ein gutes Metallausbringen bei hohen Metallpreisen und gutem 
    Mengendurchsatz erzielt
  • Die Schwefelsäurepreise lagen noch leicht unter dem Durchschnitt des Vorjahresquartals hatten aber eine deutlich positive Tendenz
  • Die Marktsituation bei Schrotten und Recyclingmaterialien verbesserte sich deutlich und führte insgesamt zu Raffinierlöhnen über Vorjahresniveau
  • Das Anziehen der Konjunktur zeigte sich in einem besseren Produktabsatz
  • Verbessertes Zinsergebnis

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte 159 Mio. € (Vj.  -86 Mio. €). Gleichzeitig lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der ersten 3 Monate des Geschäftsjahres 2009/10 bei 133 Mio. € gegenüber –110 Mio. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Nach Einbeziehung des Zinsergebnisses beträgt das Ergebnis vor Ertragsteuern 126 Mio. € (Vj. -124 Mio. €). Die Verminderung des Zinsaufwands resultierte aus dem Abbau der Verschuldung.

Nach Abzug des Steueraufwands verbleibt ein Konzernüberschuss in Höhe von 90 Mio. € (im Vorjahr -fehlbetrag von 98 Mio. €).

Hieraus ergibt sich unter Berücksichtigung der Anteile anderer Gesellschafter ein Ergebnis je Aktie von 2,20 € nach - 2,41 € im Vorjahr.

Kupfermarkt
Der Kupferpreis zeigte sich im ersten Quartal des Geschäftsjahres fest. Ausgehend von 6.082 US$/t (LME Settlement) am 1. Oktober 2009 stieg er im Quartalsverlauf auf 7.346 US$/t an. Damit ist die Preisentwicklung klar von den Kursverläufen der drei Vorjahre abgewichen, die jeweils vor dem Jahresende einen deutlichen Preis-rückgang aufwiesen. Im Durchschnitt des Quartals errechnet sich ein Wert von 6.643 US$/t, der um 14 % über dem des Vorquartals liegt.

Ausschlaggebend für die Aufwärtsbewegung war vor allem eine starke Nachfrage aus Asien und der weitere Zufluss von Investorengeldern in den Rohstoffsektor, der von hoher Liquidität und niedrigen Zinsen begünstigt wurde. Auch der schwache US-Dollar, der dollarbasierte Rohstoffinvestments interessant machte, hatte hieran seinen Anteil. Positiv wirkte zudem die zunehmende Wahrnehmung der Bewältigung der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise.  Bevorstehende Tarifverhandlungen in großen südamerikanischen Minenbetrieben rückten zudem Spekulationen über Streiks und damit von Produktionsausfällen in den Vordergrund.

Angesichts dieser Faktoren fand wenig Beachtung, dass sich das physische Kathodengeschäft, wie jedes Jahr vor den Feiertagen, abschwächte und die LME-Bestände im Quartal von 346.000 t auf rund 502.000 t Kupfer zunahmen - vor allem als Folge einer Umschichtung von außerbörslichen Beständen in Asien.

Rohstoffmärkte
Der Markt für Kupferkonzentrate war durch ein anhaltendes Angebotsdefizit gekennzeichnet. Durch die Wirtschaftskrise verzögerte Minenexpansionen und
-projekte beeinflussten den Markt ebenso nachteilig wie eine gestiegene Nachfrage aus Fernost. Die Schmelzlöhne verharrten deshalb auf einem sehr niedrigen Niveau.

Dagegen entwickelte sich der Markt für Altkupfer und andere Recyclingmaterialien weiterhin positiv. Die Raffinierlöhne lagen über dem Schnitt der Vorjahre. Auch das Angebot an edelmetallhaltigen Vorstoffen lag auf einem hohen Niveau.

Schwefelsäuremarkt
Die globale Nachfrage nach Schwefelsäure hat sich erfreulich erholt. Insbesondere der Bedarf für Kupferlaugungsprozesse in Südamerika zeigte hohe Zuwächse. Die weltweiten Lagermengen haben sich erheblich reduziert und die Preise sind gegenüber den letzten Monaten des Vorjahres deutlich gestiegen.

Produktmärkte
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres zeigten sich in weiten Bereichen der Produktmärkte spürbare Signale der Erholung.
Erneut erwies sich die Kabel- und Drahtindustrie als Motor der Nachfrage. Die Sektoren Energie und Lackdraht überstanden die bisherige Wirtschaftskrise vergleichsweise gut und konnten im Oktober und November größtenteils wieder ihr Geschäft stabilisieren und sogar ausweiten. Erste Erholungstendenzen zeigten sich auch im Bereich Automotive (Kabel und Systeme für Kfz-Bordnetze). Zum Ende des Kalenderjahres stand bei zahlreichen Marktteilnehmern das Bestandsmanagement im Vordergrund. In der Folge ging die Ordertätigkeit vor der Weihnachtspause wieder etwas zurück.

Im Bereich der Formate und Bandprodukte verzeichneten wir ebenfalls eine steigende Nachfrage. Hochwertige Spezialprodukte wurden weiterhin gut nachgefragt.  In Infrastruktur und Bauwesen kamen die Konjunkturprogramme in Handwerk und Industrie an, wurden aber teilweise durch den wieder gestiegenen Kupferpreis und den einsetzenden Winter in der Wirkung verringert.  Positive Nachfrageeffekte resultierten aus der wieder ansteigenden Dynamik in fernöstlichen Märkten.

Nach wie vor war bei den Marktteilnehmern Verunsicherung zu spüren, die aller-dings abflaute und einem beginnenden Optimismus wich.

Mitarbeiter 
Der Aurubis-Konzern beschäftigte am Ende des 1. Quartals insgesamt 4.741  Mitarbeiter (Vorjahr 4.748), die sich auf folgende Länder verteilten: Deutschland (3.334), Bulgarien (777), Belgien (445), Italien (107), Schweiz (40), England (27), Slowakei (9) und Türkei (2). Konzernweit sind somit 70 % der Belegschaft in Deutschland und 30 % im europäischen Ausland tätig.

Der Personalaufwand blieb mit 69 Mio. € gegenüber Vorjahr unverändert. Ein Anstieg der Personalkosten wurde durch punktuelle Restrukturierungsmaßnahmen kompensiert. Dies betraf unter anderem die Schließung der Stranggussanlage in Olen im vorherigen Geschäftsjahr.

Durch eine verbesserte Auftragslage im abgelaufenen Quartal konnte die in den Produktionsbereichen in Deutschland, Belgien und England für 2009 erforderliche Kurzarbeit deutlich reduziert werden. An den Standorten Hamburg und Lünen gab es keine Kurzarbeit.

AUSBLICK
Kupfermarkt
Die wirtschaftliche Erholung hat sich zu Beginn des Jahres 2010 fortgesetzt. Der Internationale Währungsfond stufte Ende Januar die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft mit 3,9 % positiver ein als zuvor.

Für die weltweite Kupfernachfrage wird diese Prognose insgesamt positiv bewertet. China wird auch 2010 einen hohen Bedarf aufweisen. In den Industrieländern werden moderatere und branchenspezifisch unterschiedliche Erholungstendenzen erwartet. Die Bestandsentwicklung in den Lagerhäusern der Metallbörsen bleibt ein wichtiger Indikator für die Versorgung des Marktes mit Kathoden.

Produktmärkte
Kupferprodukte
Bedingt durch die Erholung der konjunkturellen Entwicklung sehen wir eine Fortsetzung des positiven Nachfragetrends über unsere gesamte Kupferproduktpalette. Wir gehen dabei insgesamt von einem stabilen Preisniveau aus. Das Absatzniveau des abgelaufenen Geschäftsjahres werden wir voraussichtlich deutlich übertreffen. Die Mengen des Geschäftsjahres 2007/08 werden wir jedoch im laufenden Geschäftsjahr noch nicht erreichen.

Ergebniserwartung
Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir mit einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr. Die Annahme basiert auf einer fortgesetzt positiven Entwicklung bei den Kupferprodukten und der Schwefelsäure, sowie anhaltend guter Margen im Recyclinggeschäft. Bezüglich der Raffinierlöhne für Kupferschrott sind jedoch starke Schwankungen aufgrund der kurzfristigen Natur des Geschäftes nicht auszuschließen. Durch Kupferpreisschwankungen wird es zu Bewertungseffekten kommen, deren Ausmaß jedoch nicht vorhersehbar ist. Diese Effekte sind allerdings nicht cash-wirksam und haben für das operative Ergebnis keine Bedeutung. Mittelfristig sehen wir eine steigende Nachfrage nach Kupfer und Verbesserungen bei den Schmelzlöhnen für Kupferkonzentrate.

Aufgrund der Volatilität insbesondere der Altkupfermärkte erscheint die Hochrechnung des Quartalsergebnisses auf das Geschäftsjahr ambitioniert; allerdings sollte sich das operative Ergebnis deutlich gegenüber dem im Vorjahr erzielten operativen Ergebnis erhöhen.

Den vollständigen Zwischenbericht zum 1. Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 finden Sie unter www.aurubis.com.

Rechtlicher Hinweis:
Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Information enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf unseren gegenwärtigen Annahmen und Prognosen beruhen. Bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und Einflüsse können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage oder die Entwicklung von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Wir übernehmen keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

 


Unternehmensprofil
Der Aurubis-Konzern ist der größte Kupferproduzent Europas und im Kupferrecycling international führend. Wir produzieren jährlich etwa 1 Mio. t Kupferkathoden und über 1,2 Mio. t Kupferprodukte. An unseren Produktionsstandorten in sieben europäischen Ländern beschäftigen wir rund 4.700 Mitarbeiter.
Mit unserem Leistungsangebot gehören wir weltweit zur Spitzengruppe unserer Branche. Im Kerngeschäft produzieren wir börsenfähige Kupferkathoden aus Kupferkonzentraten, Altkupfer und anderen Recyclingrohstoffen. Diese werden im Konzern zu Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Walzprodukten sowie Spezialdrähten und Profilen aus Kupfer und  Kupferlegierungen weiterverarbeitet. Edelmetalle und eine Reihe anderer Produkte wie Schwefelsäure und Eisensilikat ergänzen unser Produktportfolio.
Zu den Kunden von Aurubis zählen u. a. Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie, sowie die Zulieferunternehmen der Bau- und Automobilindustrie.
Aurubis ist auf nachhaltiges Wachstum und Wertsteigerung ausgerichtet: Die wesentlichen Inhalte unserer Strategie sind die Stärkung des Geschäfts, die Nutzung von Wachstumschancen und der verantwortliche Umgang mit Menschen, Ressourcen und der Umwelt.
Die Aurubis-Aktie gehört dem Prime Standard-Segment der Deutschen Börse an und ist im MDAX, dem Europäischen Stoxx 600 und dem Global Challenges Index (GCX) gelistet.
Weitere Informationen:
www.aurubis.com

KONZERN-KENNZAHLEN

Vor Umbewertung von Lifo-Beständen nach der Durchschnittsmethode

12 Monate
08/09
1. Quartal
08/09
1. Quartal
09/10
Differenz
in %
Umsatz Mio €
6.687
1.493
2.078
+6
Rohergebnis Mio €
639
26
267
+927
Personalaufwand Mio €
270
69
69
0
Abschreibungen Mio €
106
23
26
+13
EBITDA Mio €
216
- 86
159
+285
EBIT Mio €
111
- 110
133
+221
EBT Mio €
73
- 124
126
+201
Konzernüberschuss Mio €
53
- 98
90
+192
Ergebnis je Aktie
1,28
- 2,41
2,20
+191
Brutto-Cash-Flow Mio €
283
216
56
- 74
Netto-Cash-Flow Mio €
645
150
- 207
- 239
Investitionen
(ohne Finanzanlagen)
Mio €
111
34
83
+144
Kupferpreis (Durchschnitt) US$/t
4.479
3.940
6.643
+69
Belegschaft (Durchschnitt)
4.715
4.759
4.738
0

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