Die Aurubis AG schließt das Geschäftsjahr 2008/09 mit einem Ergebnis vor Ertragssteuern von 73 Mio. Euro ab und schlägt die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,65 Euro pro Aktie vor.
Hamburg, den 16.12.2009 – In einem schwierigen Marktumfeld konnte die Aurubis AG im Geschäftsjahr 2008/09 (Aurubis) ein positives Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) von 73 Mio. € erzielen. Durch den wieder angestiegenen Kupferpreis wurden die hohen negativen Bewertungseffekte des ersten Quartals mehr als ausgeglichen. Insgesamt betrugen diese Bewertungseffekte 42 Mio. € und das operative Ergebnis 32 Mio. €. Entsprechend setzte sich die bereits im dritten Quartal gezeigte erfreuliche Tendenz weiter fort. Durch das solide Geschäftsmodell von Aurubis konnte trotz des schlechten wirtschaftlichen Umfelds ein Abrutschen des operativen Ergebnisses in die Verlustzone vermieden werden. Im ersten Jahr der Vollkonsolidierung der ehemaligen Cumerio nv/sa belief sich der Netto-Cashflow auf 645 Mio. € und übertraf den Vergleichswert des Vorjahres um 189 Mio. €. Wesentlich hierfür war u.a. die konsequente Steuerung und Absenkung des Netto-Umlaufvermögens.
Der vollständige Geschäftsbericht wurde heute auf unserer Homepage, www.aurubis.com, veröffentlicht.
Märkte
Nachdem der Kupferpreis Ende 2008 auf einen Jahrestiefststand von 2.770 US$/t gefallen war, unterstützte vor allem die Nachfrage aus China die Kupferpreisentwicklung und überdeckte die konjunkturbedingt rückläufige Kupfernachfrage in den westlichen Industrie-nationen. Im Verlauf des Geschäftsjahres erholte sich der Kupferpreis und lag Ende September auf einem Niveau von knapp über 6.100 US$/t.
Die zeitweise sehr unbefriedigende Absatz- und Preissituation bei Schwefelsäure sowie der zwischenzeitlich durch chinesische Einkaufsaktivitäten angespannte Markt für Kupferschrotte führten insbesondere bei asiatischen Hütten zu einer reduzierten Auslastung der Produktionskapazitäten in der Kupferraffination.
Der Markt für Schwefelsäure litt insbesondere im zweiten Quartal unter der konjunkturellen Lage. Im Verlauf kam es zu einem erneuten Anziehen der Nachfrage und die Preise stiegen ebenfalls wieder leicht an. Das Preisniveau des Vorjahres konnte jedoch bei weitem nicht wieder erreicht werden.
Die starke chinesische Nachfrage nach Kupferkonzentrat in Kombination mit einer mäßigen Produktionsleistung der Kupferminen wirkte sich belastend auf die Verfügbarkeit von Konzentraten aus. Dies führte zu Verminderungen der Schmelz- und Raffinierlöhne insbesondere auf dem Spotmarkt. Die schlechte Verfügbarkeit von Kupferschrott zu Beginn des Geschäftsjahres führte zunächst zu sinkenden Raffinierlöhnen, welche im Verlauf des Geschäftsjahres jedoch wieder erfreulich anstiegen.
Produktion
Die Produktionsmengen in der Business Unit (BU) Primärkupfer wurden durch die Marktentwicklung nur geringfügig beeinflusst. Im Geschäftsjahr wurden 2.095.000 Tonnen Konzentrat (Vj. 1.606.000 Tonnen) verarbeitet. Die Produktion von Schwefelsäure stieg auf 2.114.000 Tonnen (Vj. 1.600.000) an. In den Elektrolysen der BU wurden 889.000 Tonnen Kathoden erzeugt (Vj. 649.000 Tonnen).
Die BU Recycling/Edelmetalle stellte 197.000 Tonnen Kupferkathoden her (Vj. 203.000 Tonnen). Die Produktionsmenge für Gold lag mit 33,3 Tonnen (Vj. 34,4 Tonnen) ebenso wie Silber mit 1.227 Tonnen (Vj. 1.278 Tonnen) fast auf dem Vorjahresniveau.
Das Produktionsvolumen in der BU Kupferprodukte ging nachfragebedingt insbesondere im ersten Halbjahr zurück. Ab Sommer erfolgte eine Trendumkehr, die zu einem verhaltenen aber stetigen Anstieg der Nachfrage führte. In den vier Anlagen der BU wurden insgesamt 622.000 Tonnen Gießwalzdraht erzeugt (Vj. 718.000 Tonnen). Die Stranggussproduktion blieb mit 153.000 Tonnen (Vj. 222.000 Tonnen) weiterhin auf unbefriedigendem Niveau.
Der Aurubis-Konzern berichtet unverändert nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die Erläuterung des Jahresabschlusses erfolgt hier ohne den Effekt aus der Umbewertung der Lifo-Bestände nach der Durchschnittsmethode. Details werden im Geschäftsbericht dargestellt.
Ertragslage
Der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2008/09 ein Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) in Höhe von 73 Mio. € (Vj. 341 Mio. €) erwirtschaftet.
Durch den angestiegenen Kupferpreis konnten die hohen negativen Bewertungseffekte aus dem ersten Quartal bei Kupferbeständen der ehemaligen Cumerio im Jahresverlauf mehr als ausgeglichen werden. Insgesamt waren die kumulierten Bewertungseffekte mit 42 Mio. € positiv und das operative Ergebnis belief sich auf 32 Mio. €.
Die Ertragslage wurde im Vergleich zum Vorjahr vor allem durch folgende Faktoren bestimmt:
» Schwacher Absatz der Produkte aus der Kupferverarbeitung insbesondere im ersten Halbjahr
» Schmelzlöhne für Kupferkonzentrate auf niedrigem Niveau
» Insgesamt unbefriedigende Preise für Schwefelsäure
» Raffinierlöhne für Altkupfer kumuliert auf niedrigerem Niveau, aber in der zweiten Geschäftsjahreshälfte bereits deutlich erholt
Die Umsatzerlöse des Konzerns beliefen sich auf 6.687 Mio. € (Vj. 8.385 Mio. €). Der Rückgang der Umsatzerlöse vor allem durch geringere Kupferpreise konnte trotz der vollen Einbeziehung von Cumerio nicht aufgefangen werden.
Das Rohergebnis lag mit 639 Mio. € im Wesentlichen aufgrund des unbefriedigenden Geschäftsverlaufs unter dem Rohergebnis des Vorjahres von 894 Mio. €.
Der Personalaufwand des Berichtszeitraums stieg von 266 Mio. € im Vorjahr auf 270 Mio. €. Der Anstieg durch die Vollkonsolidierung von Cumerio (im Vorjahr nur 7 Monate) sowie Tarifanpassungen wurden insbesondere durch die niedrigere Auslastung und Kurzarbeit in einigen Bereichen teilweise kompensiert.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen lagen mit 106 Mio. € über denen des Vorjahres von 92 Mio. €. Auch dies resultiert vor allem aus der Konsolidierung der Cumerio-Gesellschaften ab 1. März 2008.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte 216 Mio. € (Vj. 474 Mio. €). Gleichlaufend reduzierte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 111 Mio. € (Vj. 382 Mio. €).
Nach Einbeziehung des Zinsergebnisses beträgt das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT)
73 Mio. € (Vj. 341 Mio. €).
Finanzlage und Investitionen
Trotz des deutlich niedrigeren Ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr, lag der Netto-Cashflow mit 645 Mio. € (Vj. 456 Mio. €) auf einem wesentlich höheren Niveau. Ein verringertes Working Capital unterstützte die sehr gute Netto-Cashflowentwicklung.
Die Investitionen betrugen im Berichtszeitraum 165 Mio. € (Vj 116 Mio. €). Davon betrafen Sachanlageinvestitionen in Höhe von 111 Mio € (Vj 114 Mio. €) hauptsächlich die Standorte Hamburg, Pirdop und Lünen. Bei den Investitionen in Finanzanlagen von 53 Mio. € handelte es sich um die Anschaffung von Wertpapieren.
Am 30. September 2009 standen dem Konzern Zahlungsmittel in Höhe von 257 Mio. € zur Verfügung.
Ausblick
Nach dem von der Wirtschaftskrise gezeichneten Geschäftsjahr 2008/09 erwarten wir für das neue Geschäftsjahr wieder eine Stabilisierung des wirtschaftlichen Umfeldes, die sich auch auf unsere Geschäfts- und damit auf unsere Ertragslage positiv auswirken wird. Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass das herausragende Niveau von 2007/08 im Prognosezeitraum wieder erreicht werden kann. Dies betrifft zum Beispiel die Nachfrage nach Gießwalzdraht wie auch die Nachfrage und das Preisniveau bei Schwefelsäure.
Neben der europäischen Konjunktur ist unser Geschäft auch von internationalen Entwicklungen beeinflusst. Eine wichtige Komponente ist hierbei die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Für das laufende Geschäftsjahr haben wir dessen Einfluss jedoch bereits weitgehend durch Sicherungsgeschäfte neutralisiert. Darüber hinaus ist der weitere Konjunkturverlauf in China zu berücksichtigen, der die Verfassung unserer Beschaffungs- und Absatzmärkte wesentlich beeinflusst. Insbesondere die Altkupfermärkte weisen je nach Marktsituation und Aktivitätsniveau chinesischer Nachfrager hohe Preis- und Verfügbarkeitsschwankungen auf. Die Verfügbarkeit und die Schmelzlöhne für Kupferkonzentrate sind derzeit noch nicht befriedigend. Wir erwarten zukünftig eine schrittweise Verbesserung der Marktbedingungen.
Insgesamt ist festzustellen, dass die Ertragsentwicklung unserer Gesellschaft auch von schlecht zu prognostizierenden externen Einflussfaktoren beeinflusst wird. Durch unsere verbesserte regionale Aufstellung in Europa sehen wir uns aber gut positioniert. Die grundsätzlichen Perspektiven für Kupfer bleiben klar positiv. Aus heutiger Sicht gehen wir insgesamt von einer sich stabilisierenden und verbesserten Ertragslage aus.
KONZERN-KENNZAHLEN
vor Umbewertung der Lifo-Bestände nach der Durchschnittsmethode
| 12 Monate 07/08* | 12 Monate 08/09* | Differenz in % | ||
| Umsatz | Mio. € | 8.385 | 6.687 | - 20 |
| Rohergebnis | Mio. € | 894 | 639 | - 28 |
| Personalaufwand | Mio. € | 266 | 270 | + 1 |
| Abschreibungen | Mio. € | 92 | 106 | + 15 |
| EBITDA | Mio. € | 474 | 216 | - 54 |
| EBIT | Mio. € | 382 | 111 | - 71 |
| EBT | Mio. € | 341 | 73 | - 79 |
| Konzernüberschuss | Mio. € | 237 | 53 | - 78 |
| Ergebnis je Aktie | € | 5,82 | 1,28 | - 78 |
| Brutto-Cashflow | Mio. € | 399 | 283 | - 29 |
| Netto-Cashflow | Mio. € | 456 | 645 | + 41 |
| Investitionen (ohne Finanzanlagen) | Mio. € | 114 | 111 | - 3 |
| Kupferpreis (Durchschnitt) | US $/t | 7.785 | 4.479 | - 42 |
| Belegschaft (Durchschnitt) | 4.106 | 4.715 | + 15 |
* Cumerio ab März 2008
FINANZKALENDER
Zwischenbericht zum 1. Quartal 11. Februar 2010
Hauptversammlung 3. März 2010
Halbjahresbericht 7. Mai 2010
Zwischenbericht 9 Monate 11. August 2010
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INVESTOR RELATIONS-KONTAKT
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