Recyclingtechnologie - Aurubis' Multi-Metal-Recycling
Das Recycling bei Aurubis erfolgt in Abhängigkeit von Konsistenz und chemischer Zusammensetzung der Rohstoffe über unterschiedliche Verfahrenswege. Dies ermöglicht uns materialspezifisch eine wettbewerbsfähige und umweltfreundliche Verarbeitung einer besonders großen Bandbreite von Materialien. Neben Kupfer werden u.a. Edelmetalle, Nickel, Zinn, Blei und Zink als Begleitprodukte gewonnen. Ein vermehrter Einsatz von immer komplexeren Rohstoffen, eine stetige Optimierung des Metallausbringens, gerade auch der Begleitmetalle, sowie ein flexibler Rohstoffeinsatz – das ist Aurubis` Strategie des Multi-Metal-Recyclings.
Standort Lünen

In Lünen beginnt der Verarbeitungsprozess – sofern notwendig - mit der Probenahme, gefolgt von einer Materialvorbereitungsstufe. Je nach Beschaffenheit und Zusammensetzung können die Rohstoffe mit einer Schere zerkleinert, in einer spezifischen Materialvorbereitungsanlage aufbereitet oder direkt zu Einsatzmischungen konditioniert werden. Hierdurch wird sowohl sehr grobes als auch feuchtes und staubiges Material einsatzfähig. Aluminium und Kunststoffe lassen sich teilweise abtrennen und zu verkaufsfähigen Partien für andere Verwertungsbetriebe zusammenstellen.
Die pyrometallurgische Verarbeitung, d. h. das Einschmelzen und Raffinieren in Ofenanlagen, beginnt im Kayser-Recycling-System (KRS). Das Herzstück der Anlage ist ein Badschmelzofen mit einer Höhe von fast 13 m. Charakteristisches Merkmal ist die Verwendung einer Tauchbrennlanze, die von oben in den Ofen eingebracht wird und der Zufuhr von Heizöl, Sauerstoff und Luft dient. Der Schmelzprozess läuft im Badschmelzofen sehr schnell ab. Die Chargenzeiten sind kurz. Der in dieser Verarbeitungsstufe produzierte Eisensilikatsand enthält nur sehr niedrige Restgehalte an Kupfer. Kupfer, Nickel, Zinn, Blei und die in den Rohstoffen mit enthaltenen Edelmetalle werden in einer Legierung mit rund 80 % Kupferinhalt angereichert. In einer ergänzenden Ofenanlage (TBRC) erfolgt eine weitere Anreicherung des Kupferinhaltes auf ca. 95 % sowie ein Abtrennen von Zinn und Blei. Die Zinn-Blei-Schlacke wird im unmittelbar angeschlossenen Mischzinnofen zu einer Zinn-Blei-Legierung verarbeitet. Im Prozessverlauf wird Zink im KRS-Oxid, einem Flugstaub, angereichert.
Das Kayser Recycling System eignet sich hervorragend sowohl zum Einsatz von Recyclingmaterialien mit geringeren Kupfer- und Edelmetallgehalten als auch von sehr komplexen Materialien wie Elektro- und Elektronikschrotten. Ausgebracht wird Rohkupfer, das einen durchschnittlichen Kupferanteil von 95 % aufweist und schmelzflüssig im Anodenofen weiterverarbeitet wird. Dort erfolgt, unter Einsatz von Altkupfer, eine weitere Reinigung. Die Schmelze wird zunächst mit Luft und Sauerstoff oxidiert und nach dem Entfernen der gebildeten Schlacke wieder mit Erdgas desoxidiert. Am Ende der pyrometallurgischen Verarbeitung wird das jetzt 99 % reine Kupfer zu Kupferanoden vergossen. Diese bilden das Ausgangsprodukt für die letzte Reinigungsstufe unserer sekundären Kupfergewinnung, der Kupferraffinationselektrolyse. Hier werden Kupferkathoden erzeugt in identischer Qualität wie Kupferkathoden aus der Primärgewinnung. Wichtige Begleitmetalle, insbesondere Gold und Silber werden im Anodenschlamm angereichert. Nickel wird als Rohnickelsulfat aus der Aufbereitung des Elektrolyten gewonnen.
Standort Hamburg
Das Basismaterial in der Sekundärkupfererzeugung Hamburg besteht aus einer Vielzahl edelmetallreicher Recyclingmaterialien sowie Hüttenzwischenprodukten, sowohl aus Betrieben der Aurubis als auch von Metallhütten und Edelmetallscheidereien. In verschiedenen, auf die Rohstoffe abgestimmten Schmelzkampagnen erfolgt eine rohstoffspezifische Verarbeitung in einer modernen Elektroofenanlage. Wichtigstes Ziel ist die pyrometallurgische Trennung von Blei und Kupfer sowie die Anreicherung der Edelmetalle.
In der nachgelagerten Bleiraffination werden die bei der Kupfergewinnung noch vorhandenen Nebenbestandteile wie Blei, Wismut, Antimon und Tellur abgetrennt und als Feinblei, Blei-Wismutlegierung, Antimon- und Tellurkonzentrat vermarktet. Die Edelmetalle werden in einem sogenannten Reichblei, das ca. 70 % Edelmetalle enthält, aufkonzentriert.
In der Edelmetallgewinnungsanlage werden die Anodenschlämme der Aurubis-Kupferelektrolysen zusammen mit dem Reichblei aus der Bleiraffination verarbeitet. Mit einer modernen und umweltfreundlichen Edelmetallgewinnung der Aurubis decken wir aber auch ein breites Einsatzspektrum von edelmetallreichen Materialien ab. So verarbeitet Aurubis hier auch Anodenschlämme anderer Kupferhütten, Scheidgüter, Edelmetall- und Münzschrotte sowie edelmetallhaltige Gekrätze und Schlacken. Verkaufsprodukte hieraus sind neben Feinsilber, Feingold und Konzentraten der Platingruppenmetalle auch Feuchtselen, das bei der RETORTE weiterverarbeitet wird.
Der Fokus der Sekundärkupfererzeugung in Hamburg liegt damit auf der Anreicherung und Gewinnung der Edelmetalle und der Abtrennung diverser Begleitmetalle der Kupfergewinnung.
Standorte Olen und Pirdop
Auch an unserem Primärhüttenstandort in Pirdop, Bulgarien, werden Kupferschrotte eingesetzt.
In Olen, Belgien, erfolgt der Einsatz von Kupferschrotten und Blisterkupfer zur Gewinnung von Kupfer.






